Hochautomatisierte Busse Level 4 erstmals in Österreich getestet: mit Dr. Andreas Eustacchio als exklusivem juristischem Projektpartner.

Mit ROBERTA („Real World Automated Bus opERaTion Austria“) startet Österreich in eine neue Phase des automatisierten Fahrens im öffentlichen Verkehr. Erstmals werden hochautomatisierte Busse der Kategorien M2/M3 mit Level‑4‑Automatisierung und mehr als acht Sitzplätzen im regulären Linienbetrieb eingesetzt. Die Fahrzeuge sollen in vier Bundesländern – in urbanen, suburbanen und ländlichen Regionen – unterwegs sein und dabei unter realen Bedingungen wissenschaftlich begleitet werden.

Im Fokus steht der praktische Einsatz dieser Busse mit speziell ausgebildetem Sicherheitspersonal an Bord sowie der Aufbau geeigneter Systeme zur Fernüberwachung, die auf die österreichischen Rahmenbedingungen zugeschnitten sind.

siehe auch unter: ROBERTA: Österreichs Leitprojekt für hochautomatisierte Busse Level 4 | Automotivelaw


Meine Rolle im Projekt ROBERTA

Aufgrund meiner Spezialisierung im Bereich automatisiertes Fahren bin ich als einziger juristischer Projektpartner Teil des österreichweiten ROBERTA‑Konsortiums. Ich begleite das Projekt in sämtlichen rechtlichen und regulatorischen Fragestellungen, die mit der Planung, dem Testbetrieb und der späteren Skalierung eines hochautomatisierten Linienverkehrs verbunden sind.

Zu meinen Aufgaben zählt insbesondere, die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz hochautomatisierter Busse im öffentlichen Verkehr zu analysieren, frühzeitig rechtliche Risiken zu identifizieren und konkrete Vorschläge für Anpassungen oder Weiterentwicklungen des Rechtsrahmens zu entwickeln. Meine Expertise in den Bereichen automatisiertes Fahren, Produkthaftung, Datenschutz und Compliance fließt damit unmittelbar in eines der derzeit bedeutendsten Mobilitätsprojekte Österreichs ein. Ziel ist ein rechtssicherer, verantwortungsvoller und praxistauglicher Einsatz hochautomatisierter Busse im Linienverkehr.


Rechtliche Schwerpunkte meiner Arbeit

Die rechtliche Begleitung von ROBERTA orientiert sich eng an den technischen und betrieblichen Eckpunkten des Projekts, insbesondere an den geplanten Streckenführungen sowie an den vernetzten Flotten‑ und Remote‑Management‑Systemen. Im Zentrum stehen unter anderem:

datenschutzrechtliche Anforderungen an Videoüberwachung und an das gesamte Datenökosystem hochautomatisierter Bussysteme

Datensicherheit und Cybersecurity beim Betrieb vernetzter Flotten, im Remote‑Management sowie im Lade‑ und Betriebshofmanagement

Haftungsfragen, Verantwortungsverteilung und Rollenklärung zwischen Herstellern, Betreibern, Infrastrukturbetreibern, Sicherheitspersonal und weiteren beteiligten Akteuren

– Fragen der Betriebsbewilligung sowie die Auslegung und Weiterentwicklung der österreichischen AutomatFahrVO und anderer einschlägiger Normen

Damit soll gewährleistet werden, dass technische Innovation und regulatorischer Rahmen kohärent zusammenwirken und die Einführung hochautomatisierter Busse auf einer stabilen rechtlichen Grundlage erfolgt.


Projektfakten und Pilotregionen

ROBERTA wird von einem breit aufgestellten Konsortium aus Forschungseinrichtungen, Technologieunternehmen, Energieagenturen und Verkehrsbetrieben getragen. Die Koordination liegt beim Logistikum der FH Oberösterreich. Der Projektstart erfolgte im Februar 2026, das Projekt ist bis 31. Jänner 2030 angelegt. Im ersten Projektjahr werden die Grundlagen für den Realbetrieb geschaffen, der Pilotbetrieb in den vier Bundesländern ist ab Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 vorgesehen.

Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund neun Millionen Euro. ROBERTA wird als FFG‑Projekt vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur mit rund 3,5 Millionen Euro Bundesförderung unterstützt; hinzu kommen unter anderem Mittel des Landes Oberösterreich (vorbehaltlich eines Landtagsbeschlusses), weitere Förderbeiträge und Eigenleistungen der Projektpartner.

Die vier Pilotregionen im Überblick:

– Oberösterreich – Hagenberg / Pregarten: Last‑Mile‑Verbindung vom Bahnhof Pregarten zum Softwarepark Hagenberg und zur FH Oberösterreich.

– Tirol – Innsbruck, Gewerbegebiet Rossau: Innerstädtische Linie zur besseren Anbindung von Arbeits‑ und Gewerbestandorten.

– Steiermark – AREA Süd, Bahnhof Weststeiermark (Koralmbahn): Zubringerbusse zur Koralmbahn mit Anbindung umliegender Wohn‑ und Gewerbegebiete.

– Kärnten – AREA Süd, Bahnhof St. Paul im Lavanttal (Koralmbahn): Zubringerbusse zur Koralmbahn zur Stärkung der regionalen Mobilität im ländlichen Raum.

 


Konsortium und Partner

Zum ROBERTA‑Konsortium gehören eine Reihe starker Partner aus Forschung, Industrie und öffentlichem Verkehr, darunter unter anderem: Logistikum – FH Oberösterreich, ALP.Lab GmbH, ANDATA, Business Upper Austria / Automobil‑Cluster, DigiTrans GmbH, Grazer Energieagentur, Graz‑Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH, KEBA Group, Bosch Österreich, JOANNEUM RESEARCH, Austrian Road Safety Board, SCCH Software Competence Center Hagenberg, Virtual Vehicle Research GmbH, Wilhelm Welser Verkehrsbetriebe GmbH sowie die Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH.

Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht es, technologische Innovation, Betriebsrealität und rechtliche Rahmenbedingungen in einem gemeinsamen Leitprojekt zu verbinden und damit einen wichtigen Schritt in Richtung automatisierter, sicherer und nachhaltiger Mobilität in Österreich zu setzen.

Presse:

Automatisierte Busse im Linienverkehr – ooe.ORF.at

ROBERTA.pdf

Mobilität der Zukunft: Autonome Busse für vier Pilotregionen · VK24

LR Steinkellner: OÖ Verkehrsverbund begrüßt Leit-projekt ROBERTA und bringt Pilotbetrieb in OÖ in die Praxis

https://www.ooevv.at/fileadmin/OOEVV/Presse/Presseaussendungen/pressemitteilung-ooevv-ooe-verkehrsverbund-bringt-leitprojekt-roberta-in-die-praxis.pdf

Spektakuläres Koralm-Projekt: Das können die fahrerlosen Zubringer-Busse

Pilotprojekt für automatisierte Busse im Verkehr

2027 sollen die ersten automatiserten Busse in Deutschlandsberg fahren

Schreiben Sie uns Ihr Anliegen!